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Title:
Von Alexander d. Gr. bis Christus
Persons:
Annegarn, Joseph
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/image/PPN844778230/148/
<br> 148 Sechster Zeitraum. <br> Catilina nach dem Consulate trachtete, welches Amt Cicero <br> selbst suchte. Catilina fiel wegen seiner schlechten Sitten durch. <br> Zwei anbere Prätoren von nicht höherm Werthe hatten das- <br> selbe Schicksai, und wurden daher mit Catilina zu gleicher <br> Rachsucht entflammt. Catilina, von Gläubigern verfolgt, <br> und ohne Mittel, seine Ausschweifungen fortzusetzen, that <br> einen Schwur, er wolle, wenn er doch fallen müsse, das <br> ganze Vaterland in seinen Ruin mit herabziehen. Die drei <br> verschworen sich, und warben sich sogar Truppen unter ei— <br> nem gewissen Manlius. Cicero behielt ihn immer im <br> Auge. Am Schlusse seines Consulates leitete er die Comi— <br> tien zur Wahl neuer Consuln. Catilina war abermals unter <br> den Candidaten, fiel aber wieder durch. Nun schob er seine <br> Rache nicht länger auf. Er sammelte sich unter den vor— <br> nehmen Römern, die sich, wie er, durch ihr schlechtes Leben <br> tief in Schulden gestürzt hatten, eine Menge Mitverschwor— <br> ner, und hielt mit ihnen geheime Zusammenkünfte. Es <br> wurde verabredet, daß in einer Nacht die Consuln und die <br> reichsten Senatoren ermordet, die Stadt an allen Ecken in <br> Brand gesteckt, und eine sullanische Schreckensregierung zum <br> zweiten male hervorgerufen werden sollte. Catilina wollte <br> dann Sulla sein, und die andern theilten schon in Gedan— <br> ken die höchsten Würden und die einträchlichsten Statthalter- <br> schaften unter sich. Um den Plan zu vollziehen, warb Man⸗ <br> ilius, ein tapferer Kriegsmann, Catilina's Mitverschworner, <br> von den in Italien ohne Obdach lebenden Landstreichern <br> 12,000 Mann für den Bund, und verbarg sie schlau in den <br> apenninischen Gebirgsklüften. Mit ihnen wollte er in der <br> bestimmten Nacht Rom überfallen, sobald dort das erste <br> Haus aufzulodern begänne. <br> Kein Mensch in Rom ahnte den entsetzlichen Anschlag, <br> nur Cicero ausgenommen, denn Catilina ging so unbefan⸗ <br> gen in der Stadt umher, und besuchte die Senatsversamm— <br> ĩungen so regelmäßig, als wenn er seinen Groll wegen der <br> doppelten Abweisung längst vergessen hätte. Die Gefahr war <br> um so größer, weil gerade keine Legionen in der Naähe <br> standen, die Verschwornen in Furcht zu halten. <br> Man fand für gut, ehe man das große Werk begönne, <br> zuvor den Cicero aüs dem Wege zu raͤumen. Zwei mitver⸗