Full text: Aus deutschen Lesebüchern (Bd. 2, [Schülerbd.])

Fröhlich: Die Nützlichen. Strenge Barmherzigkeit. 
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s) Vergleiche: 
B. Die Nützlichen. 
Abr. Emanuel Fröhlich. Fabeln. S. 9. 
„Unkraut seid ihr," sprachen Ähren wenn das einzig hilft zum Ruhme/" 
zu der Korn- und Feuerblume; sagten diese Wohlgemuten; 
„und ihr dürfet euch, vermessen, ,„aber wir erblühn hienieden, 
selbst von unserm Boden nähren?" euer Einerlei, ihr Guten, 
,„Wir sind freilich nicht zum Essen, mannigfarbig zu beleben!'" 
1. Hauptinhalt und Ähnlichkeit. In beiden Fabeln wird ein 
Vorwurf Hochmütiger durch die Verachteten witzig und treffend zurück¬ 
gewiesen. 
2. Ort und Zeit. A im Herbste an der Landstraße, B im Sommer 
auf einem Getreidefelde. 
3. P e r s o n e n. In A die lange, hochmütige Pappel und das niedrige, 
fruchtbare Bäumchen; in B die nützlichen, aber neidischen Ähren und die 
nutzlosen, aber farbenreichen und wohlgemuten blauen Kornblumen und 
roten Feuermohne. 
4. Gedankengang. Jn A spöttelt die nutzlose Pappel über das 
nützliche Bäumchen, wird mit scharfem Witz zurückgewiesen, brüstet sich aber 
mit ihrer Ellenlünge. In B schelten die nützlichen, aber gar zu selbst? 
bewußten Ähren die Korn- und Feuerblume Unkraut und Schmarotzer, 
werden aber heiter und witzig daran erinnert, daß nicht alles in der Welt 
zum Essen da sei, und daß gerade sie das Einerlei des Ährenfeldes mit 
schönen Farben schmücken und beleben müßten. 
5. Nutzanwendung. Nach A besteht der wahre Wert nicht in 
stolzer, schöner Gestalt und leerer Prahlerei, sondern in der Nützlichkeit. 
Nach B soll sich die Nützlichkeit nicht überheben; denn Anmut, Schmuck 
und Kunst erhöhen den Wert und das Glück des Lebens. B. 
38. A. Strenge Barmherzigkeit. (Allvergütung.) 
Abr. Emanuel Fröhlich. Fabeln. Frauenfeld 1853. S. 66. 
I. Vorbereitung und Vortrag. Der Föhn ist in der Schweiz der 
warme Süd- oder Regenwind, der nach dem Winter plötzlich Tauwetter 
bringt. Er braust über die Alpen daher, heult und stöhnt in den Schluch¬ 
ten, schmelzt rasch den Schnee, rollt Lawinen (Schneestürze) die Höhen 
hinab, überschüttet die Matten (Bergweiden) mit Geröll und staut die 
Bäche, daß sie empört über ihre Ufer treten und alles verheeren. 
Über dem Tale hängen noch graue Schneewolken, und in demselben 
wehen kalte Nordwinde, wenn der Föhn anstürmt und der Kamps mit 
den Widerstrebenden beginnt. Die Menschen in den Tälern aber rennen 
angstvoll hin und her und blicken bange nach den Berghöhen, über die 
der Föhn im Siegerschritt geht, und schreien den strengen Regenten um 
Erbarmen an. (Vortrag.)
	        
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