fullscreen: Geschichtlicher Anschauungs- und Erfahrungsunterricht (Bd. 2b)

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schreibt: „Es gibt Geschichtslehrer an unseren Gymnasien — ich habe 
selbst einige dieser Art kennen gelernt — deren von tiefer Einsicht getragene 
Wärme fast jede Geschichtsstunde zu einer Pflichtenlehre im Dienste 
des Vaterlandes macht." Sollten nicht auch Volksschullehrer ähnlich 
beseelt sein? 
Ja freilich, mit Recht wirst man das ein, und spricht mit Kerschen- 
steiner (S. 52): „In der Volksschule endlich scheint mir ein systematischer 
staatsbürgerlicher Unterricht ausgeschlossen." Aber vorbereiten, Grund 
legen kann die Volksschule; dann erst wird die Fortbildungsschule sicher 
aufbauen. Und sollte unseren Volksschülern auf der Oberstufe, ich greife 
tiefer, ja auf der Mittelstufe das Verständnis, das Gefühl fehlen? 
Wie Schüler eine Sache innerlich erfassen, das will ich an dem 
zeigen, was ein Mädchen des 5. Jahrgangs aus dem Flurereid ganz 
selbständig gemacht hat. 
„Der Flurer von Niedernbreit. 
Gespräch auf dem Rathaus. 
Schultheiß: Flurer, Du mußt alle Tage die Flur bewachen! 
Flurer: Ja, das will ich tun; aber wie lange soll ich draußen 
sein? Soll ich des Nachts auch die Flur bewachen? 
Sch.: Du sollst früh der erste sein, der hinausgeht, und 
der letzte, der abends hereingeht! Beim Mittagessen hältst Du 
Dich ja nicht lange auf, sondern Du machst, daß Du wieder 
hinaus in die Flur kommst! 
F.: Ja und was sind meine Dienste? 
Sch.: Setze Dich ja nicht ins Wirtshaus, sondern gehe 
hinaus in die Flur! 
F.: Ich gehe nicht in die Wirtshäuser. 
Sch.: Rüge nur, was Du selbst gesehen hast. 
F.: Ich rüge nur, was ich selbst gesehen habe, oder was 
ich von glaubhaften Personen gehört habe. 
Sch.: Ein Geschenk oder Geld nimmst Du ja nicht an, 
sondern rügst alles. 
F.: Davor will ich mich sicher hüten. 
Sch.: Ein besonderes Augenmerk mußt Du auf die Hasen¬ 
schlingensteller richten. 
F.: Ja, ich will es tun.
	        
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