Erste Abteilung.
1. (1.) Frühlings Ankunst.
Der Lenz ist angekommen!
Habt ihr es nicht vernommen?
Es sagen's euch die Vögelein,
Es sagen's euch die Blümelein:
Der Lenz ist angekommen!
Ihr seht es an den Feldern,
Ihr seht es an den Wäldern;
Der Kuckuck ruft, der Finke schlägt,
Es jubelt, was sich froh bewegt:
Der Lenz ist angekommen!
Hier Blümlein auf der Heide,
Dort Schäflein auf der Weide!
Ach, seht doch, wie sich alles freut!
Es hat die Welt sich schön erneut:
Der Lenz ist angekommen!
2. (2.) Das Bienchen im Frühlinge.
Es war Frühling geworden. Die Sonne hatte den Schnee von
den Bergen hinweggeschmolzen; die grünen Grasspitzen kamen aus
den welken Halmen hervor; die Knospen der Bäume brachen auf
und ließen schon die jungen Blättchen durchscheinen. Da wachte
das Bienchen aus seinem tiefen Schlafe auf,
worin es den ganzen Winter gelegen hatte.
Es rieb sich die Augen und weckte seine
Kameraden, und sie öffneten die Thür und
sahen, ob das Eis und der Schnee und der
Nordwind fortgegangen wären. Und siehe,
es war überall heller und warmer Sonnen—
schein. Da schlüpften sie heraus aus dem
Bienenkorbe, putzten ihre Flügel ab und probierten wieder zu fliegen.
Sie kamen zum Apfelbaum und fragten: „Hast du nichts für die
hungrigen Bienen? Wir haben den ganzen Winter nichts Frisches
gegessen.“ Der Apfelbaum sagte: „Nein, ihr kommt zu frühe zu
mir, meine Blüten stecken noch in der Knospe, und sonst habe ich
nichts. Geht hin zu der Kirsche!“ Da flogen sie zu dem Kirsch—
baume und sagten: „Lieber Kirschbaum, hast du keine Blüten für
uns Bienen?“ Der Kirschbaum antwortete: „Kommt morgen
wieder; heute sind meine Blüten noch alle geschlossen. Wenn sie
esebuch der Brüder Seltsam. 1.