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Title:
Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien
Persons:
Lübker, Friedrich Erler, Max
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4419125
<br> Vorrede zur ersten Auflage. <br> (Verkürzt.) <br> Der erste Gedanke zu diesem Werke ist von dem Herrn Verleger ausgegangen, der den Unter¬ <br> zeichneten zur Uebernahme der Redaction aufgefordert hat. Daß unserer mit dem Studium des <br> classischen Alterthums, als dem unerläßlichen Mittel jeder wahrhaften höheren Bildung, beschäftigten <br> Jugend Dadurch ein wesentlicher Gewinn erwachsen werde, mußte auf den ersten Blick einleuchtend <br> sein. Eiue andere Frage war es dagegen, ob nicht einem solchen Bedürfnisse bereits durch ander¬ <br> weitige Arbeiten abgeholfen fei; indessen, mußte auch hierauf bald eiue verneinende Antwort gegeben <br> werden. Die große Real-Encyklopädie des classischen Alterthums, welche von A. Panly begonnen, <br> von Chr. Walz und Teuffel fortgefetzt und in 6 starken Bänden zu Eude geführt worden, konnte <br> bei ihvem mit wissenschaftlicher Ausführlichkeit verfolgten Umfange und ihrem demgemäß fehr hohen <br> Preise in keiner Weise hierher gezogen werden; nicht blos in der Masse des zu Gebenden, sondern <br> auch iu der Art und Weise war für das vorgesteckte praktische Bedürfniß ein ganz anderer Weg <br> erforderlich, nnd es war außerdem vorauszusehen, daß ein so großes Werk unmöglich das Gemein¬ <br> gut der deutschen Lehrer, geschweige deuu der Jugend, werden könne. Eine andere Bcwandtniß <br> mußte es dagegen mit dem Real-Schnl-Lexikon von Kraft und Müller in Hamburg haben, wovon <br> freilich damals, als der Plan zu gegenwärtigem Werke gefaßt wurde, nur der erste Band erschienen <br> war. Wenn also auch die völlige Beendigung erwartet werden konnte, so war doch auch dieses Werk <br> schon auf eine größere Ausdehnung und, nach Maßgabe der tu ziemlich bedeutendem Umfange <br> gegebenen literarischen Nachweisungen, zugleich auf das Bedürfuiß der Lehrer berechnet, so daß <br> weniger Hoffnung vorhanden schien, es werde dasselbe so recht allgemein in die Hände der Jugend <br> kommen können. Es mußte also die Aufgabe fein, den Umfang des Werkes wenigstens auf die <br> Hälfte des Raumes zu beschränken, aber zu dem Ende cutch in ber ganzen Behandlnngsweise alle <br> biejenigen Veränderungen eintreten zu lassen, die der Zweck, den Studien unserer Schüler und eben <br> damit dem unmittelbaren Nutzen ber Schule zu dienen, nur irgendwie erfordern oder zulassen konnte. <br> Dies war im wesentlichen eine Beschränkung des Inhalts auf diejenigen Seiten und Theile des <br> Alterthums, deren Erkenntniß für unsere in Gymnasien unterrichtete Jugend wichtig und an¬ <br> gemessen ist, auf den Bereich der vorzugsweise iu Schulen gelesenen Clafsiker, auf alle diejenigen <br> Gebiete und Gegenstände des Alterthums, deren Verständniß dem junger Leser so recht anschaulich <br> und fruchtbar gemacht werden kann. Es galt also vor allen Dingen, einerseits die rechte Lesung <br> der großen Alten selbst zu unterstützen, andererseits von kleinen Puncten aus einen Ueberblick über <br> größere Partieeu und eine Einsicht in den Zusammenhang des antiken Lebens unb Denkens zu ver¬ <br> mitteln. Aus biesem Grunde mußte ein sorgsames Bemühen darauf gerichtet sein, eine Menge ver¬ <br> einzelter unb eben bannn anhaltslos verschwinbenber Notizen in Ein größeres Ganze zusammen zu <br> sasseu, was überall, wo eiue organische ober innerliche Fortentwickelung gegeben ist, namentlich also <br> auf bem Gebiete ber politischen unb Cultur-Geschichte, am leichtesten, bagegen insbesondre bei ben <br> geographischen Artikeln weniger zu erreichen war, wo benn freilich auch eine kurze Orientirnng über <br> Lage unb Bebeutuug eines Orts oftmals vollkommen genügt, währenb eine Verweisung auf das <br> größere Ganze, dem es angehört, bisweilen unnöthigeu Raum in Anspruch nimmt und beim Ge¬ <br> brauche unbequem ist. So ist eine ganze Reihe allgemeiner und zufammenfasfenber, von den ver- <br> fchiebensten Mitarbeitern verfaßter Artikel entstauben: Baukünstler, Belagerung, Bitbhauer, Bücher¬ <br> wesen, Disciplina militaris, Divinatio, Epos, Erziehung, Exercitus, Geograpkia, Grammatiker, <br> Historia, Iudicia, Kleidung, Komoedia, Lyrische Poesie, Mahlzeiten, Musica, Mythologie, Opfer, <br> Priester, Proceß, IIqÖsoSol, Religion, Schauspiele, Schulwesen, Staatssormen, Sternbilber, 1 ragoe- <br> dia, Yectigal, Volkslied, Winde, Zauberei; aus demselben Grunde würbe von einigen Kriegen, wie <br> ben punifchen, bem peloponnesischen, betn trojanischen rc., eine Uebersicht gegeben, während es bei <br> anderen ohne Beeinträchtigung der dahinein gehörenden besonderen Artikel nicht wohl möglich schien; <br> bei noch anderen scheiterte es vorläufig au der eigenthümlichen Schwierigkeit, mit der natürlich die <br> Abfasfung solcher Uebersichten verbunden ist. <br> Es konnte dem Herausgeber nicht entgehen, daß bie praktische Ausführung eines solchen Planes <br> mit den größten Schwierigkeiten verbunden fei. Aus der Thätigkeit eines einzigen Mannes hervor¬ <br> gegangen, wäre die formelle Einheit und Abrundung des Werkes gewiß eine viel größere, mit mehr <br> Sicherheit und Umsicht gehandhabte gewesen; aber feinem Inhalte nach hätte es nothwendig ein-