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Title:
Geschichte des Mittelalters
Persons:
Welter, Theodor Bernhard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11927624
<br> 61 <br> die, Verderben drohend/ vereint in den lombardischen Thalern <br> sich lagerten. Wie ein aufgescheuchtes Wild floh der Longobar- <br> denkönig und glaubte sich erst hinter den festen Mauern seiner <br> Hauptstadt sicher. Karl schloß ihn mit seinem Heere ein, reifete <br> dann selbst nach Rom, um dort das Osterfest zu feiern. v Der <br> Papst, die Geistlichkeit, das ganze Volk ging ihm im feierlichen <br> Zuge entgegen. Unter dem freudigen Zurufe des Volkes: „Ge¬ <br> segnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!" zog er in die ' <br> entzückte Stadt. Am Eingänge der Peterskirche empfing ihn <br> umarmend der heilige Vater; ein hehrer Anblick für das Volk, <br> die beiden Mächtigsten der Erde in so schöner Eintracht zu¬ <br> sammen zu sehen! Dann stieg Karl in die Gruft der Apostel <br> hinab, bestätigte die Schenkung, die sein Vater der römischen <br> Kirche gemacht hatte und fügte noch neue hinzu. <br> Nach sechsmonatlicher Belagerung ergab sich Pavia. Der <br> gefangene Desiderius ward in das Kloster Corvey geschickt, sein <br> Reich mit dem fränkischen vereinigt. Karl nannte sich von nun <br> an König der Franken und Langobarden, Schntzherr <br> von Rom. Die Angelegenheiten seines neuen Volkes ordnete <br> er, wie es seine schöne Sitte war, mit Milde und Weisheit. <br> Er ließ ihm seine bisherige Verfassung und alle Rechte und <br> Freiheiten. Zweihundert und sechs Jahre, von 568 bis 774, <br> hatte das longobardische Reich bestanden. <br> 18. Abermalige Empörung der Sachsen. <br> Jedoch ehe Karl die Angelegenheiten Italiens in Ordnung <br> gebracht hatte, lief die Nachricht ein: die Sachsen, welche den <br> Verlust ihrer Freiheit nicht hatten verschmerzen können, seien <br> unter ihrem kühnen Anführer Wittekind mit Feuer und Schwert <br> in das stänkische Gebiet gefallen. Aber blitzschnell flog Karl <br> aus Italien herbei. Seine Erscheinung dämpfte sogleich die Em¬ <br> pörung. Jedoch auch dieses Mal mußte er sich mit unzuver¬ <br> lässigen erzwungenen Versicherungen der Unterwerfung und mit <br> Geißeln begnügen; denn er mußte abermals nach Italien eilen,