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Title:
Grundlage beim Unterricht in der Erdbeschreibung
Persons:
Selten, Friedrich Christian
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11008865
<br> 70 <br> I. Erdbeschreibung. <br> Siebentes Lehrstück. <br> Von dem vulkanischen oder unterirdischen Feuer. <br> §. 42. Vulkanische Räume unter der Erdoberfläche. <br> Daß unterhalb dem Boden des Erdlandes und des Erd¬ <br> meeres ein Feuer in Thätigkeit sey, wissen wir nur aus <br> den Wirkungen, die dieser verborgene Brand von je her auf <br> unsern Wohnplatz ausgeübt hat. Vulkanisch nennt man <br> nicht nur dieses unterirdische Feuer selbst, sondern auch <br> die ihm eigene gewaltige Wirksamkeit, die Ausbrüche <br> desselben, die Erzeugnisse seiner Thätigkeit (tz. 23 Nr. 4), <br> wie auch die Meeres- und Land st recken, unterhalb de¬ <br> ren es seinen Heerd hat, deßgleichen die Aus gange auf <br> die Erdoberfläche hinaus, ebenfalls vulkanisch. <br> Wie tief unter der Erd-Rinde jeder Raum 'oder Be¬ <br> zirk des vulkanischen Feuers liegen mag, ob es dort immer <br> brenne oder nur zuweilen sich entzünde, wodurch es seine Ent¬ <br> stehung und Nahrung erhalte rc., darüber war man von <br> je her und ist man noch jetzt in Ungewißheit, ungeachtet <br> dieser geographische Lehrartikel seit den beiden letzten Jahr- <br> zehenden mehr als vormals in ganzen Jahrtausenden ein <br> Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen überhaupt und na¬ <br> turwissenschaftlicher Beobachtungen insbesondere geworden ist, <br> aus welchen unter andern die Lehre von Central- und Reihe- <br> Vulkanen, von Schütterkreisen, Bebekreisen rc. hervorgegan¬ <br> gen ist, Dingen, die in den Kreis des Schulwissens aufge¬ <br> nommen zu werden, vor der Hand noch nicht reif seyn <br> können. Folgende zwei Wahrnehmungen aber erstrecken sich <br> über die ganze Erdoberfläche und sind weiterhin in der Län¬ <br> derbeschreibung die einzelnen Stellen zum Beweise der,Wahr¬ <br> heit namhaft zu machen: <br> 1. daß vormals viele Gegenden, besonders binnenländische, <br> vulkanisch waren, die es jetzt nicht mehr sind; <br> 2. daß zu unseren Zeiten je weiter entfernt vom Meere <br> desto weniger vulkanische Spuren sich äußern, und daß <br> die gefährlichsten Erdstriche entweder In sein im <br> Meere oder Küstenländer am Meere sind. <br> Von der in diesen beiden Behauptungen enthaltenen allgemei¬ <br> nen Regel ist die einzige Ausnahme welche man kennt in Ober¬ <br> asien zu finden, wo 200 Meilen vom Weltmeere und 150 d. M. <br> vom kaspischen Meere eine noch bis jetzt nicht erloschene vulka¬ <br> nische Erdstelle von sehr großem Umfange liegt (vgl. §. 94).