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Title:
Bürger- und Haushaltungskunde
Persons:
Haehn, Emil Hähn, Emil
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13117596
<br> zwischen heißen Walzen hindurch, wodurch es dicht und fest <br> wird. Strichgarntuche sind filzige, Kammgarntuche sind glatte <br> Gewebe, die von Schneidern und Schneiderinnen zu allerlei <br> Kleidungsstücken verarbeitet werden. Der ebenfalls aus Wolle <br> gefertigte Filz dient zur Herstellung von Filzhüten und Filz¬ <br> schuhen. <br> Die Seide erhalten wir von dem in Asien heimischen, jetzt <br> aber auch in Spanien, Italien und Südfrankreich vorkommenden <br> Seidenspinner. Aus den Eiern dieses Schmetterlings entstehen <br> gefräßige Raupen, die sich nach mehrmaliger Häutung verpuppen. <br> Die gelblichen Puppen, Kokons genannt, bestehen aus einem <br> einzigen etwa achthundert Meter langen Seidenfaden. Um das <br> Ausschlüpfen der Schmetterlinge und die dadurch bewirkte Zer¬ <br> störung der Kokons unmöglich zu machen, werden diese in heißes <br> Wasser geworfen. Alsdann werden die Fäden abgehaspelt und <br> auf Rollen aufgewickelt. In Seidenspinnereien werden die Fäden <br> zusammengesponnen und auf Webstühlen zu Seidenzeugen ver¬ <br> arbeitet, die dann zur Herstellung von allerlei Kleidungsstücken <br> dienen. <br> Den Pelz verdanken wir den Pelztieren, den Mardern, - <br> Iltissen, Wieseln, Zobeln u. a. Wir fertigen daraus Pelzhand¬ <br> schuhe, Pelzschuhe, Pelzkragen, Pelzmäntel und Muffe. <br> Durch Gerben gewinnt man aus den Häuten der Rinder, <br> Kälber, Pferde, Schafe und Ziegen das Leder, das zur Herstellung <br> des Schuhwerks und der Handschuhe verwendet wird. <br> Erhaltung und Aufbewahrung der Kleider. Die <br> Anschaffung der Kleider verursacht erhebliche Ausgaben. Darum <br> muß man auf Schonung und Erhaltung derselben bedacht sein. <br> Eine tüchtige Hausfrau wird die Kleider lange gebrauchsfähig <br> zu erhalten suchen und die nötigen Ausbesserungen sorgfältig <br> vornehmen. Mit wenig Nadelstichen ist oft ein kleiner Schaden <br> repariert, während die Unterlassung der Ausbesserung bald teuere <br> Neuanschaffungen nötig macht. Junge Mädchen sollen daher <br> frühzeitig zur Erlernung der Flick- und Ausbesserungsarbeiten <br> angehalten werden. <br> Zur Aufbewahrung der Kleider benützt man am besten <br> einen verschließbaren Schrank, der gegen Staub und Feuchtigkeit <br> Schutz gewährt. Um das Einnisten schädlicher Motten zu ver¬ <br> hindern, legt man Kampfer oder Mottensalz in den Schrank. <br> Pelzwerk bestreut man mit gestoßenem Pfeffer und hebt es in <br> gut schließenden Schachteln auf. Von Zeit zu Zeit hängt man <br> die Kleider einige Stunden in die Luft und klopft sie tüchtig <br> aus. Auch der Kleiderschrank muß wiederholt gereinigt und <br> ausgelüftet werden. Leinenzeug legt man in den Wäscheschrank <br> oder in die Kommode. Man achte darauf, daß diese nicht an <br> feuchten Wänden stehen, weil sonst die Wäsche leicht Moder¬ <br> flecken erhält. Schuhwerk muß trocken aufbewahrt und öfters <br> 76