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Title:
Der neue Kinderfreund
Persons:
Rochow, Friedrich Eberhard von Türk, W. E. von
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11283339
<br> 53 <br> dann Erholungsstunden. Damit aber diese, in welchen <br> die Kinder gemeiniglich die Zeit mit zwecklosen Spielen <br> verschwenden, oder aus unb§richtigtem BeschäftigungS- <br> tricbe wirklichen Schaden thun, ihnen auch nützlich wer¬ <br> den könnten, so sprach der Vater oft mit ihnen über <br> alles, was seinen Garten- und Feldfrüchten schadlich <br> war. Er lehrte sie, mancherlei schädliche Gewürme und <br> ihre Nester entdecken, den Reutwürmern, Feldmäusen, <br> Maulwürfen und Ratten nachstellen, und die nöthigen <br> Fallen dazu verfertigen. Um dieses den Kindern noch <br> mehr zur Lust zu machen, ward das ganze Revier or¬ <br> dentlich unter sie eingetheilt; und ein jedes ging, so oft <br> es die Witterung oder andere Geschäfte zuließen, mit <br> allen nöthigen Werkzeugen gerüstet, auf die Jagd. Wes¬ <br> sen Obstbäunie dann in einer bestimmten Zeit am rein¬ <br> sten von Raupen - Nestern, Moos- und Wasserzweigen; <br> wessen Wiesen am ebensten von MaulwuriShaufen wa¬ <br> ren, und wer die meisten getrockneten Köpfe von Mau¬ <br> sen, Ratten, Maulwürfen, Reutwürmern rc. vorzeigen <br> konnte, der ward durch ein kleines Geschenk belohnt, <br> oder erhielt einen bessern Platz bei Tische. <br> Wilhelms Töchter harten eine andere Anweisung, <br> nützlich zu werden. Sie hatte die Mutter viel schädliche <br> wildwachsende Pflanzen kennen gelehrt: von diesen <br> reinigten sie, in ihren Erholungsstunden, Garten, <br> Wiesen und Aeck'er, und zwar dergestalt, daß sic nicht <br> etwa, wie gewöhnlich, das Kraut nur oben abpflückten, <br> sondern sie gruben gleich mit kleinen schmalen Grabschei¬ <br> ten die ganzen Wurzeln und Pflanzen aus, und besac- <br> ten die Stellen mit Samen von gutem Futterkrautern. <br> Auch wußten sie, welche Krauter, Blüten und Wurzeln <br> für Krankheit, bei Menschen und Vieh, dienlich waren, <br> so wie die rechte Zeit, sie zu sammeln. Wenn sie nun <br> keine sitzende oder häusliche Arbeit bei ihrer Mutter hat¬ <br> ten, so waren'sie doch schon als Kinder nützlich beschäf¬ <br> tigt. Am Abend erzählte jedes Kind seine kleinen Bege¬ <br> benheiten des Tages, und holte dann über manchen <br> zweifelhaften Fall den Rath seiner erfahrnen Aeltern ein. <br> Als nun auch einst davon geredet wurde, da sprach <br> Wilhelms ältester Sohn, Karl: „Aber, lieber Vater! <br> „bald wird unser Feld kein schädliches Thier oder Kraut <br> „mehr haben. Was fangen wir dann an?"