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— 3. cc.
9. Der Priester sprach viel von Ruhm und Ehr';
CLaut schluchzten und seufzten sie ringsumher.
10. Und heute? Nur wenige alte Fraun
Sind hinter dem kahlen Sarge zu schaun;
11. Der Priester murmelt ein kurzes Gebet;
Klanglos der Schrein in die Tiefe geht.
12. Da tränt kein Auge, da bebt keine Hand. —
Was tat denn die Alte fürs Vaterland?
Jakob Loewenberg.
296. Kaiser Friedrichs letzte Fahrt.
1. „Ich sähe wohl gern“ (er sprach es stumm)
„Noch einmal die Plätze hier herum,
Am liebsten auf Alt-Geltow zu;
Und ihr kommt mit, die Kinder und du!“
2. Das Dorf, es lag im Sonnenschein.
In die stille Kirche tritt er ein;
Die Wände weiß, die Fenster blank,
zZu beiden Seiten Bank an Bank,
Und auf der letzten — er blickt empor
Auf Orgel und auf Orgelchor
Und wendet sich und spricht: „Wie gern
Vernähm' ich noch einmal Lobe den herrn!
Den Lehrer im Feld, ich mag ihn nicht stören;
Vicky, laß du das Lied mich hören!“
3. Und durch die Kirche, klein und kahl,
Als sprächen die Himmel, erbraust der Choral.
Und wie die Töne sein herz bewegen,
Eine Lichtgestalt tritt ihm entgegen,
Eine Lichtgestalt (an den Händen beiden
Erkennt er die Male): „Dein Los war Leiden;
Du lerntest dulden und entsagen;
Drum sollst du die Krone des Lebens tragen.
Du siegtest; nichts soll dich fürder beschweren:
Lobe den mächtigen König der Ehren!“
4. Die Hhände gefaltet, den Kopf geneigt,
So lauscht er der Stimme — Die Orgel schweigt ...
Theodor Fontane.