Full text: Die außereuropäischen Erdteile (H. 4)

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Australien. 
d) Die Neuen Hebriden, wo Engländer und Franzosen die Herrschaft 
ausüben, das französische, als Strafkolonie benutzte Neukaledouien, dessen 
Gebirge viel Nickel enthalten, und der britische Fidschi-Archipels 
IV. Inseln der Ozeanier oder Polynesien 
Sie umfassen Neuseeland und Polynesiens 
1. Das britische Neuseeland ist fast so groß wie Italien, hat aber noch nicht 
ganz eine Million Einwohner. Welche Wasserstraße teilt die stieselsörmige 
Doppelinsel in eine Nord- und eine Südinsel? Beide Inseln sind gebirgig. 
Die Neuseeländischen Alpen der Südinsel steigen im Cook ^knck^-Berge 
zu 3800 in auf und entsenden gewaltige Gletscher in die Täler. Die viereckige 
Nordinsel ist eine Sammelstätte für alle vulkanischen Erscheinungen. Mit 
welchen europäischen Ländern liegt Neuseeland unter gleicher Breite? 
Dennoch ist infolge der ozeanischen Lage das Klima kühl und gemäßigt und sehr 
angenehm. Die großartige Hochgebirgsregion der Südinsel ist unterhalb umgeben 
von herrlichen Waldungen, die das Entzücken der Europäer hervorrufen. In diesen 
wächst die immer mehr schwindende Kaurisichte, die das wertvolle Kauriharz 
liefert. Wie auf dem Festlande, so sind auch hier seit Ankunft der Europäer 
Pflanzen- und Tierwelt stark verändert. Vorzüglich gedeihen die europäischen 
Getreidearten, und die durch das feuchte Klima begünstigten ausgedehnten Weide- 
Plätze emähren zahlreiche Rinder- und vornehmlich Schafherden. Die tapfere ein- 
heimische Maöri-Bevölkerung ist bis auf 40000 Köpfe geschwunden, die europäischen 
Einwanderer aber finden das glücklichste Gedeihen. Hauptstadt ist Wellington 
[uellirigfrt], im S der Nordinsel an der Cook-Straße, eine lebhafte Handelsstadt. 
Sie wird an Einwohnerzahl übertroffen von dem verkehrsreichen Auckland [aflänb], 
an einem der schönsten Häfen der Erde gelegen. 
2. Polynesien. 
a) Allgemeines. Die „hohen Inseln" Polynesiens (Buntbild) mit oft 
alpenhohen Gipfeln sind Erzengnisse vulkanischer Tätigkeit; die „flachen 
Inseln" sind auf unterseeischen Erhebungen von den Korallen^ empor- 
gebaut, deren hauptsächliche Heimat die Südsee ist. Vielfach sind nur die 
annähernd ringförmigen Atolle dem Auge sichtbar, die eine grünlich- 
blaue Lagune in ihrer Mitte bergen. Das durch den Ozean gemilderte 
1 Die von a bis d genannten Inseln nennt man auch Melanesien (von melos = schwarz 
und nesos = Insel, also Schwarzinselflur). 
2 Vom griechischen polys — viel und nesos — Insel. 
I s Korallen sind gallertartige Tiere, die pslanzensörmig auf dem Meeresboden wachsen, 
wo dieser nicht über 40 ra unter der Oberfläche liegt; sie scheiden zum Bau ihres Stockes eine 
harte Kalkkruste aus, pflanzen sich durch Knospung und durch Eier fort, gedeihen nur in Meeren, 
deren Wärme nicht unter + 18° sinkt, und sterben, wenn ihr Stock die Oberfläche erreicht. 
Schließt sich der Korallenbau unmittelbar an die sichtbare Küstenlinie an, so entsteht ein 
Strand- oder Küstenriff. Sind die Korallenbauten durch schmale Meeresarme von der 
Küste getrennt, so entsteht ein Barriere-, Damm- oder Wallriss. Bilden die Korallen — 
nachdem das Land verschwunden — Riffe um eine ruhige Meeresfläche (Lagune), so heißt 
der entstandene Korallenkranz ein Atoll oder Lagunenriff. Hebt sich der Meeresgrund,
	        
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