Full text: Geschichte der neueren und neuesten Zeit (Theil 3)

— 113 — 
Wallenstein stand damals mit einem Heers in Schwaben, 
um die Fürsten zu Regensburg zu beobachten und nithigenfalls 
dem Kaiser zu Hülfe zu eilen. Da kamen die Gesandten und 
brachten ihm sein Urtheil. Wider Erwarten blieb er ganz ruhig 
und versprach, Gehorsam zu leisten. Er wußte schon von Allem 
und hatte es, wie er vorgab, in den Sternen gelesen. Den Kaiser 
schien er wegen seiner Entlassung mehr zu bedauern, als zu hassen. 
Ec schrieb selbst an ihn, dankte ihm für sein bisheriges Zutrauen 
und bat, ihm seine Gnade nicht gänzlich zu entziehen. Die Ge¬ 
sandten entließ er fürstlich beschenkt. Auch seinem Heere gab er 
bei der Entlassung große Geschenke, gleichsam als Handgeld für 
die Zukunft, wenn er desselben wieder bedürfen würde. Dann 
zog er sich, getröstet durch die Sterne, die ihm ein glanzendes 
Glück verhießen, mit ungeheuren Schätzen auf seine mährischen 
Güter zurück, wo er rachebrütend die Zeit abwarten wollte, die 
ihn zu noch höheren Ehren rufen würde. Seine Söldner kehrten 
theils räuberisch in ihre Heimath zurück, theils stießen sie zu dem 
kaiserlich-liguistischen Heere, dessen alleiniger Oberanführer jetzt 
wieder Tilly wurde. 
30. Gustav Adolf, König von Schweden, in Deutsch¬ 
land. 1630 — 1632. 
In der neuen Besorgniß, welche durch jenes Restitutionsedikt 
bei den Protestanten erregt wurde, richteten diese alle ihre Hoff¬ 
nungen und Wünsche auf Gustav Adolf, König von Schweden. 
Dieser war einer der ausgezeichnetsten Fürsten damaliger Zeit. Die 
Gefahr, welche seinen Glaubensgenossen in Deutschland drohete, 
sah er als seine eigene an. Auch trug er schon seit mehren Jah¬ 
ren einen bittern Groll im Herzen gegen den Kaiser und dessen 
ehemaligen Feldherren Wallenstein, von welchen er mehr als einmal 
schwer beleidigt worden war. Ihn, als nahen Anverwandten des 
Hauses Mecklenburg, schmerzte es, daß seiner Schwester Söhne, 
trotz seiner Vermittelung bei dem Lübecker Frieden, nicht wieder 
eingesetzt, seine Gesandten sogar schimpflich von Wallenstein 
ui. Thcil. q. Aufl. q
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.