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Geschichte.
Willen glauben und leben. So schön indeß dieser Friede lautete,
so wenig Gutes wirkte er. Denn auch die Protestanten blieben
nicht auf dem Wege der Mäßigung und Duldung, sondern suchten
eifrig Andersglaubende zu bekehren; mehrere Fürsten ließen sich
durch Habsucht reizen, die Katholiken zu unterdrücken, um die Ein¬
künfte der geistlichen Güter an sich zu ziehen. Diesen Anmaßungen
und Eingriffen setzten natürlich die Katholiken Widerstand entgegen,
und so wuchs die Erbitterung von beiden Seiten.
Noch vor dem schmalkaldischen Kriege ward die allgemeine
Kirchen Versammlung zu Trident, einer Stadt in Throl,
eröffnet. Sie dauerte mit einigen Unterbrechungen 18 Jahre.
Beim Schluffe, 1563, genehmigten und unterzeichneten die Ver¬
handlungen 255 Kirchenväter, darunter 2 Kardinäle, 25 Erz¬
bischöfe und 168 Bischöfe. Nach vielen reiflichen Berathungen
hatte man die ursprüngliche alte Lehre der Kirche in Hinsicht aus
Glauben und Sitten möglichst bestimmt und klar dargestellt, so
auch mancherlei Uebelstände beseitiget. Die vorzüglichste Sorge
der Väter ging dahin, die Schwankenden zu befestigen, die Un¬
wissenden zu belehren und es Jedem sogleich zum Bewußtsein zu
bringen, wenn er sich in seinem Meinen und Denken von der
Ueberzeugung der Kirche entfernte.
/y/ Heinrich IV., König von Frankreich. - ' ho.
Heinrich IV. hatte vor dem Antritte seiner Regierung schwere
Kämpfe zu bestehen. Obgleich er der rechtmäßige Thronfolger
war, so wollte ihn doch ein Theil des Volkes nicht zum Könige
haben, weil er sich zur reformirten Religion bekannte. Fünf
Jahre lang focht er mit ritterlicher Tapferkeit gegen seine Feinde
und blieb fast immer Sieger. Einst fragten ihn seine Offiziere
vor der entscheidenden Schlacht bei Jvrh: wohin denn der Rück¬
zug gehen sollte, wenn man sie besiegte? „Nur über das Schlacht¬
feld!" war seine Antwort. Ehe der Kampf begann, warf er
sich auf die Kniee und bat Gott, ihm statt des Sieges den Tod
zu geben, wenn er voraussähe, daß er ein schlechter König sein
würde. Alle Soldaten waren bis zu Thränen gerührt. Die Anrede
an sie schloß er mit den Worten: „Und wenn ihr eure Fahnen
verliert, so sehet nur nach meinem weißen Federbusche; ihr werdet
ihn immer auf dem Wege der Ehre und des Sieges finden!"
Wirklich war er im Gefechte da, wo es am hitzigsten zuging;
er errang einen vollständigen Sieg. Dann belagerte er Paris,
konnte sich aber der Stadt nicht bemächtigen. Er sah wohl ein,
daß nur die Annahme der katholischen Religion ihm den Thron
sichern und Frankreich beruhigen könne. Deshalb trat er auch
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