Full text: [Stufe 2, [Schülerbd.]] (Stufe 2, [Schülerbd.])

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Den nenne mir geschwind, 
Der dich mit seinem Bilde 
Geziert, mein liebes Kind! 
Den Meister, groß und milde, 
Und der, bist du gegangen 
Dem stillen Grabe zu, 
Dich jenseits wird empfangen 
In seiner ew'gen Ruh'. 
Und kannst dir mir ihn nennen, 
So folge ihm auch fromm,' 
Dann wird er dich auch kennen 
Und sprechen: „Sei Willkomm!" 
II. Weltliche Lieder. 
137. Hoffnung. 
Em-anuel von Geibel. 
Und dräut der Winter noch so sehr 
Mit trotzigen Gebärden, 
Und streut er Eis und Schnee umher, 
Es muß doch Frühling werden. 
Und drängen Nebel noch so dicht 
Sich vor den Blick der Sonne, 
Sie wecket doch mit ihrem Licht 
Einmal die Welt gur Wonne. 
Blast nur, ihr Stürme, blast mit Mach: 
Mir soll darob nicht bangen,' 
Auf leisen Sohlen über Nacht 
Kommt doch der Lenz gegangen. 
Da wacht die Erde grünend auf, 
Weiß nicht, wie ihr geschehen, 
Und lacht in den sonnigen Himmel hinaus 
Und möchte vor Lust vergehen. 
Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar 
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren 
Und läßt die Brünnlein rieseln klar, 
Als wären es Freudenzähren. 
Drum still! Und wie es frieren mag, 
O Herz, gieb dich zufrieden! 
Es ist ein großer Maientag 
Der ganzen Welt beschieden.
	        
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