Full text: Lehrbuch der neuesten Erdkunde

Das Churfürstenthum Hessen. IZ7 
1) die Herrschaft Schmalkalden, östlich am Thüringer¬ 
walde, 
2) die Grafschaft Schauenburg, nördl. an der Weser, und 
3) die Salinenstadt Nauheim, im Hessen-Darmstädtischen. 
Die Grenzen des Hauptlandes sind, im N. Westphalen und 
Hannover, im O. die Provinzen Sachsen, Sachsen-Weimar und 
Bayern, im S. Bayern, Darmstadt und Frankfurt, und im W, 
Darmstadt und Waldeck. 
Der Flächeninhalt des Churfürstenthums beträgt 208 d. 
□ M. und die Zahl der Einwohner 600.000 Köpfe. 
Im deutschen Bunde hat Churhessen die achte Stelle mit 
3 Stimmen im Plenum. Das Bundes conting ent beste¬ 
het aus 5679 Mann, welche zur zweiten Division des neun¬ 
ten Heerhaufens gehören. 
§. 2. Boden und Gebirge. 
Der Boden von Churhessen ist mehr bergig, als eben, 
doch ohne sehr hohe Gebirge. Die namhaftesten sind: 
1) der Thüringerwald, m der entlegenen Herrschaft 
Schmalkalden; an der nördl. Grenze daselb>r der Insel¬ 
berg, 294-7 F. hoch; 
2) Zweige des Rhöngebirges und des Vogelsberges, in 
derUmgend von Fulda; in jenem der Meisner, 2184F.hoch; 
5) Zweige des Spessarts, im S., die aus dem bayerischen 
Untermain-Kreise einbrechen; endlich 
4) der Habichtswald, im N. des Landes, ein Zweig des We- 
sergelmges. 
§.3. Flüsse und Landseen. 
Churhessen hat drei beträchtliche Flüsse: die Weser, 
den Main und die Lahn. 
1) Die Weser entstehet an der Nordgrenze bei Hann överisch- 
Minden aus Vereinigung der W e r r a und Fulda, und ver¬ 
stärkt sich durch die Die me l, nachdem schon vorher die Fulda 
durch Gewinnung der Eder und Schwalm an Größe gewachsen; 
2) der Main gehet an der subì. Grenze hin, und verstärkt sich 
bei Hanau mit der Kinzig, und jenseits Frankfurt mit der 
Nidda; 
5) die Lahn fließt im W., und eilet, mit der Ohm verstärkt, 
in der Richtung gegen Südwest dem Rhein zu. 
Landseen hat Churhessen nicht; aber desto mehrere Teiche, 
reich an-guten Fischen. 
§.4. Clima und Produkte. 
Die Luft ist im Ganzen etwas rauh, am mildesten im S. 
um Hanau. Das Land ist steinig, mehr zur Viehzucht, als 
zum Ackerbau geeignet. Von den Produkten sind am erheblichsten: 
Im S. O b ft und Wein, allenthalben sehr viel H 0 l z, F l a ch s 
und Tabak; blühende Viehzucht und Reichthum an Fischen 
und Wildpret; aus dem Edersande etwas Gold, hingegen
	        
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