Full text: Mit 21 Abbildungen (Teil 3 = (6. - 8. Schuljahr), [Schülerband])

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Christen und bauten aus dem Holze der Eiche eine Kapelle zu Ehren des 
heiligen Petrus. 
5. Von Hessen zog der rastlose Glaubensbote nach Thüringen. Hier er— 
baute er auf dem alten Berge bei Ohrdruf eine Kirche zu Ehren des heiligen 
Johannes und im Tale ein Kloster zu Ehren des heiligen Erzengels Michael. 
Da die Zahl der Neubekehrten von Tag zu Tag wuchs, sah sich Bonifatius 
nach Mitarbeitern um und wandte sich nach seinem Heimatlande. Auf seinen 
Ruf kamen gottbegeisterte Männer und Ordensfrauen, um das begonnene 
Werk der Glaubensverbreitung zu befestigen und für die Zukunft zu sichern. 
Zu den bedeutendsten von ihnen gehören der heilige Lullus, später sein Nach— 
folger, und der heilige Burchard, später Bischof von Würzburg. 
In wenigen Jahren erstanden überall Klöster und Kirchen, die Wälder 
wurden gelichtet, Sümpfe trockengelegt, Felder bebaut und Schulen errichtet; 
denn man zählte bereits über hunderttausend Neubekehrte. 
Im Jahre 731 wurde Bonifatius tief betrübt durch den Tod seines 
väterlichen Freundes, des Papstes Gregor II. Sein Nachfolger, Gregor III. 
nahm aber an dem segensreichen Fortgang der Bekehrung Deutschlands ebenso 
besorgten Anteil wie sein Vorgänger. Als Anerkennung seiner hohen Ver— 
dienste ernannte der Papst Bonifatius zum Erzbischof von Deutschland. 
6. Um mit dem Papste verschiedene Angelegenheiten seiner Mission zu be— 
raten, unternahm Bonifatius eine dritte Reise nach Rom im Jahre 738. 
Gregor III. nahm ihn ehrenvoll auf und ernannte ihn zum apostolischen 
Gesandten in Deutschland. Auf der Rückreise bat ihn der Herzog Odilo von 
Bayern, das Kirchenwesen in seinem Lande zu ordnen, Mißbräuche abzustellen 
und die Überreste des Heidentums zu vertilgen. Bonifatius hielt eine Kirchen⸗ 
versammlung ab, errichtete drei neue Bistümer in Salzburg, Freisingen und 
Regensburg, die er mit frommen und eifrigen Bischöfen besetzte. Später er⸗ 
richtete er noch das Bistum Eichstätt und in Franken das Bistum Würzburg. 
Mit dem Scharfblick eines Feldherrn erkannte Bonifatius die Klöster 
als feste Burgen der Religion und Wissenschaft; denn sie bändigten die wilden 
Sitten, rotteten den Unglauben aus und befestigten das Christentum. Um 
die Klöster erhoben sich Dörfer, Flecken und Städte; wo sonst die Schwerter 
klirrten, mähte die Sichel goldene Saaten, wo das Gebrüll von Bären, 
Wölfen und Luchsen erscholl, ertönte der Psalmengesang der Mönche und 
Nonnen. In weniger als vierzig Jahren entstanden 29 Klöster des Benediktiner⸗ 
ordens, die im Laufe der Jahrhunderte unendlichen Segen verbreitet haben. 
7. Nachdem der heilige Bonifatius die Kirchenzucht in Bayern wieder— 
hergestellt und den Glauben befestigt hatte, eilte er nach Franken, hielt in 
Gegenwart des glaubenseifrigen Karlmann eine Kirchenversammlung ab, auf 
welcher wichtige Beschlüsse gefaßt wurden. Vor allem lag ihm daran, die
	        
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