Full text: [Hauptstufe, [Schülerbd.]] (Hauptstufe, [Schülerbd.])

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So war denn zur Freude aller Deutschen das Werk der Be— 
freiung der Herzogtümer von dänischer Bedrückung vollendet. 
Nach Haesters Lesebuch. 
277. Das Lied von Düppel. 
Was klingt aus den Städten wie helles Festgeläut? 
die Pauken und Drommeten, was jubeln sie heut? 
was brausen und jagen die Wasser der Schlei? 
Der Feind ist geschlagen, und Schleswig ist frei. 
Bei Düppel dort am Meere, vor Alsen am Sund 
da rangen die Heere auf blutgetränktem Grund; 
da galt's auf die Schanzen im Siegessturmgewog 
den Adler zu pflanzen anstatt des Danebrog. 
Von Kugeln umsungen, vom heißen Tod umkracht, 
die märkischen Jungen, wie stritten sie mit Macht! 
wie lernten sie das Steigen auf schlüpfriger Bahn! 
Es ging wie im Reigen; der Beeren war voran. 
Wohl mancher der Braven sank mit ihm in den Sand; 
du fielest, o tapfrer Raven, das Schwert in der Hand. 
Und du am Pulverfasse, getreuer Winkelried! 
der Klinkeschen Gasse gedenkt noch manches Lied. 
Doch als auf den Wällen nun flog das Siegspanier, 
da bliesen die Gesellen: „Herr Gott, dich loben wir!“ 
Das hat sich erschwungen wie Abels Opferbrand, 
das ist hinausgeklungen bis tief ins deutsche Land. 
Im sonnigen Meere nun spiegelt sich aufs neu 
die preußische Ehre, die alte deutsche Treu; 
und war sie geschändet, wie strahlt sie doppelt rein! 
und habt ihr sie verpfändet, ihr löstet sie ein. 
Ihr Meister der Staaten, und geht ihr nun und tagt, 
so woll' euch Gott beraten, auf daß ihr nicht zagt! 
sprecht: „Nichts von Vertragen! Nun bleibt es dabei, 
der Feind ist geschlagen, und Schleswig ist frei!“ 
Emanuel Geibel. 
278. Schlacht bei Königgrätz. 
Am 30. Juni reiste Se. Majestät der König selbst auf den 
Kriegsschauplatz, um seine Armee in der bevorstehenden Hauptschlacht 
in Person zu führen. Am 2. Juli traf er in Gitschin ein. — 
Schon in der fsolgenden Nacht kam die Meldung, daß Benedek 
seine Armee nach Sadowa und Königgrätz, etwa 3 Meilen süd— 
lich von Gitschin, zu einer Schlacht sammele. Sofort wurde be— 
schlossen, ihn anzugreifen. In der Nacht noch gingen die Befehle 
an den Prinzen Friedrich Karl, den General Herwarth und an den 
noch entfernt stehenden Kronprinzen ab. Um 3 Uhr früh schon 
marschierten die rLruppen aus ihren Beiwachten. Es regnete, und die 
aufgeweichten Wege erschwerten den Truppen, wie einst bei Belle— 
Alliance, das rasche Fortkommen. Doch mit frohem Mute ging 
es trotz Hunger und Ermüdung rüstig vorwärts.
	        
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