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Title:
Lesebuch zur Geschichte der deutschen Literatur alter und neuer Zeit
Persons:
Weber, Georg
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-20100278
<br> 242 Neudeutsche Literatur. <br> O sieh darein! Erbarmer, Retter! Und sende deinen Friedensboten <br> Du wirst dich uns nicht ganz entziehn; Dem Erdkreis, welcher auf ihn harrt! <br> Wirst nicht, verhüllt in Nacht und Wetter, <br> Vernimm das Flehen frommer Beter! <br> Stets wider uns zur Rache ziehn. a ee ee een— <br> Ruf ab das Schwert vom Feld der Todten, Lenk es zum Frieden! Laß sie Väter, <br> Das uns zum Fluch geschärfet ward! Und Menschen, wieder Menschen sein! <br> B. Die klassische Periode der deutschen Literatur. <br> L. Klopstock und die ihn umgebende Gruppe. <br> . 101106. Lehrb. . 84b. Allg. Weltg. XII., 699 ff.) <br> Friedr. Gottl. Klopstock. <br> a. Aus der „Wesstade“. <br> (2. Gesang.) <br> 1. Abbadona. <br> Satan ging indeß, mit Dampf und mit Wolken umhüllet, <br> Hin durch Josaphats Thal, und über das Meer des Todes, <br> Stieg von da auf den wolkichten Karmel, vom Karmel gen Himmel. <br> Hier durchirrt' er mit grimmigem Blick den göttlichen Weltbau, <br> Daß er, nach so vielen Jahrhunderten seit der Erschaffung, <br> In der Herrlichkeit strahle, die ihm der Donnerer anschuf! <br> Und es versammelten sich der Hölle Fürsten zu Satan. <br> Wie Eilande des Meers aus ihren Sitzen gerissen <br> Rauschten sie hoch, unaufhaltsam einher. Der Pöbel der Geister <br> Floh mit ihnen unzählbar, wie Wogen des kommenden Weltmeers <br> Gegen den Fuß gebirgter Gestade, zum Thron des Empörers. <br> Tausendmal tausend Geister erschienen. Sie gingen und sangen <br> Eigene Thaten, zur Schmach und unsterblichen Schande verurtheilt. <br> Unten am Throne saß einsiedlerisch, finster und traurig <br> Seraph Abdiel Abadona. Er dachte die Zukunft, <br> Und den Vergang voll Seelenangst. Vor seinem Gesichte, <br> Das in trauerndes Dunkel, in schreckliches Schwermuth hüllte, <br> Sah er Qualen gehäuft auf Qualen zur Ewigkeit eingehn. <br> Jetzo erblickt er die vorige Zeit; da war er voll Unschuld <br> Jenes erhabneren Abdiels Freund, so den Tag der Empörung <br> Eine strahlende That, vor Gottes Auge vollführte. <br> Denn er verließ die Empörer allein, und unüberwindlich; <br> Kam zu Gott. Mit ihm, dem edelmüthigen Seraph, <br> War schon Abbadona dem Blick der Feinde Jehovah's <br> Fast entgangen: Doch Satans beflammter rollender Wagen, <br> 23