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Title:
[Bd. 2]
Persons:
Beier, Karl Lamprecht, Karl
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4929685
<br> — 149 - <br> nehmen; ihnen stehen die Rechte, Ehrenbezeugungen und Vorrechte zu, welche mit <br> der Königl. Würde verbunden sind . . . Das Haupt des Hauses Nassau wird den <br> Titel: „Herzog", und der Gras von der Leyen den Titel: „Fürst" annehmen. <br> Art. VI. Das gemeinschaftliche Interesse der Consöderirten Staaten soll <br> auf einer Versammlung, der Sitz Frankfurt seyn . . . soll, verhandelt werden. <br> Art. VII. Die Fürsten sollen nothwendig von jeder Macht, welche der <br> Consöderation fremd ist, unabhängig seyn, und dürfen daher keine Dienste, von <br> welcher Gattung sie seyn mögen, anders als in den Consöderirten oder mit der <br> Consöderation verbündeten Staaten nehmen. <br> Art. XII. Se. Maj. der Kaiser der Franzosen etc. soll als Protektor der <br> Consöderation proklamirt werden. <br> (Art. XIII—Art. XXV enthalten Beschlüsse über Gebietsveränderungen.) <br> Art. XXVI. Die Souverainitäts-Rechte bestehen in dem Rechte der Gesetz¬ <br> gebung, der höchsten Gerichtsbarkeit, der hohen Polizey, der militairischen Conscription <br> oder Rekrutenaushebung, und endlich in dem Rechte Auflagen zu verfügen. <br> Art. XXXVI. Sobald eine der Allianz fremde und benachbarte Macht sich <br> rüsten sollte, so sollen die übrigen eontrahirenden Parteyen, um nicht unvorbereitet <br> überrascht zu werden, auf den Antrag, welchen der Minister eines der consöderirten <br> Staaten in Frankfurt machen wird, sich ebenfalls rüsten- Die Kontingente, welche <br> jeder der Alliirten stellen soll und die in 4 Viertheile getheilt werden, müssen mobil <br> gemacht, aber die Rüstungen nur auf die Einladung, welche Se. Maj. der Kaiser <br> und König an jede der alliirten Mächte erlassen haben wird, bewerkstelligt werden. <br> Art. XXXVIII. Das, von jedem der Alliirten, im Fall eines Krieges zu <br> stellende, Kontingent ist festgesetzt wie folgt: Frankreich 200,000 Mann von aller <br> Art (de toutes armes); der König von Baiern 30,000 Mann von aller Art; <br> der König von Wirtemberg 12,000, der Großherzog von Baden 8000, der Gro߬ <br> herzog von Berg 5000, und der Großherzog von Darmstadt 4000 Mann. <br> II. DD. die Herzöge und Fürsten von Nassau werden mit den übrigen con¬ <br> söderirten Fürsten ein Kontingent von 4000 Mann stellen. <br> Art. XXXIX. Die hohen contrahireitben Parteyen behalten sich vor, in der <br> Folge andere Fürsten der Staaten Deutschlands, deren Zulassung man dem gemein¬ <br> schaftlichen Interesse für entsprechend finden wird, in die neue Consöderation auf¬ <br> zunehmen." (Folgen die Unterschriften.) <br> (Nach der Originalübersetzung.) <br> 2. Deutsches Urteil über den Rheinbund (vom Avril 1813). <br> „Der an Gesetze und Regeln gewöhnte Geist der deutschen Fürsten . . . <br> wollte eine bestimmte Bundesverfassung. Deshalb ward festgesetzt, daß das aus¬ <br> führliche Bundesstatut binnen 3 Monaten vom Primas des Bundes entworfen und <br> auf einer feierlichen Bundesversammlung den Bundesfürsten zur Berathung und <br> Genehmigung vorgelegt werden sollte. Der Primas vollendete seine Arbeit, aber <br> der Protektor untersagte die bundesactsmäßige Vorlegung derselben, und bis jetzt <br> hat der rheinische Bund keine Verfassung. Denn hätte er eine Verfassung erhalten, <br> so würde sie Gesetze über die Macht des Protectors erhalten, und letzterer dadurch <br> verhindert seyn, so willkührlich in Deutschland zu herrschen, als bis jetzt geschehen. <br> Unbestimmtheit, Gesetzlosigkeit und Willkührlichkeit der Rechte des Protektors <br> war daher der erste Grundsatz des rheinischen Bundes. <br> . . . Der eigentliche Zweck und zweite Hauptgrundsatz des Bundes <br> war, Deutschlands Militärkräfte unter Frankreichs Gebot zu stellen, Frankreichs