26 
Afrika. 
Staaten und Städte. 
si 
Ein großer Theil der afrikanischen Völkerschaften lebt 
in Familien, Gemeinden oder Stämmen 
unter Häuptlingen ohne eigentlichen Staatsverband; die Küsten- 
länder gehören meist fremden Nationen. 
Die bekanntesten Staaten und Landschaften sind: 
A. Nordafrika. 
; 1. Das Kaiserthum Marokko 
(über 12,000 UMn., 3 Mill. Einw.). 
Marokko, 100,000 Einw., in herrlicher Gegend am 
Fuße der Schneegipfel des Atlas. 
Fe;, 80,000 Einw., Fabrikstadt. 
2. Algerien, französisch 
(über 7000 f^Mln., zieml. 3 Mill. Einw.). 
Algier, 52,000 Einw., am Abhänge eines Berges, 
amphitheatralifch erbaut, mit blendend weißen Häusern, 
inmitten einer herrlichen Ebene. 
3. Tunis, türkischer Vasallenstaat 
(über 2000 ^Mln., 1% Mill. Einw.). 
Tunis, 15,000 Einw., bedeutende Fabrik- und Han- 
delsstadt, in der Nähe seines Hafens das alte 
Karthago. 
4. Tripolis mit Barka und Feyan, 
\ türkischer Vasallenstaat 
(über 16,000 lUMln., % Mill. Einw.). 
5. Aegypten, türkischer Vasallenstaat, 
112 Mln. lang, P/2 Stunden breit 
(über 10,000 UjMln., 5 Mill. Einw.). 
Kairo, 400,000 Einw., eine Stadt inmitten einer üppigen 
Vegetation, mit engen, uugepflasterten Straßen, platten Dächern, 
zahlreichen Moscheen, hohen Minarets. Damit giebt sie ein 
deutliches Bild der meisten orientalischen Städte mit muha- 
medauischer Bevölkerung. Zugleich aber ist Kairo der Sam- 
melplatz der verschiedensten Nationen, die zweite Stadt des 
türkischen Reiches, der Mittelpunkt der Anhänger des Islam, 
der Haupthandelsplatz von Nordostafrika, durch eine Eisenbahn 
mit Alexandrien und Suez verbunden. In der Nähe die Stätte 
des alten Memphis mit 40 Pyramiden (Gizeh). 
Alexandrien, 190,000 Einw., ein Gemisch von Orient und 
Occident, der Hauptplatz des ägyptischen Export- und Import- 
Handels. 
Damiette, 57,000 Einw., längs einer Bucht am rechten 
Ufer des östlichen Nilarmes. Es hat sich infolge des Suez- 
Cauals bedeutend gehoben. 
6. Nubien und Kordofan, meist Aegypten unterworfen 
(22,000 IHMln., über 3 Mill. Einw.). 
Chartum, 50,000 Einw., ein Hauptverbindungsglied zwi- 
schen Aegypten und dem Innern von Afrika. Die schon be- 
gründete Mission hat sich infolge des Klima's nicht erhalten. 
7. Abessinien, reicht nicht ganz bis zu der Küste 
(ziemlich 7500 □MIu., 3 Mill. Einw.), 
ein Hochplateau von 6000—10,000' Höhe, mit schroff abstürzen- 
den Rändern. 
8. Sudan, 
und zwar: 
A. Hochsudan mit 
a) Senegambien mit 
Colonien der Franzosen, 
Engländer und 
Portugiesen; 
b) Obergui uea mit 
Sierra Leona (Freetown), 
Pfefserküste (hier die Negerrepublik Liberia» 
das Eingangsthor des Christenthums und einer be- 
ginnenden Zivilisation für die schwarze Bevölkerung 
Afrikas), 
Zahnküste, 
Goldküste (hier das Reich der Aschanti), 
Sclavenküste lhier das Reich des Dahomey). 
B. Flachsudan. 
Hier die Negerstadt Timduktu, Centralpunkt von 5 Kara- 
wanenstraßen, und ?okoto. 
Um den Tfadsee die Reiche 
Bornn (westlich) und 
W ad ai (östlich) 
am bekanntesten. 
B. Südafrika. 
1. Süd- oder Niederguinea. 
Das Land der Bnndavölker, zum Theil im Besitze der 
Portugiesen. 
2. Die englische Capcolonie 
(über 9000 ^Mln. und über % Mill. Einw.). 
Die Capstadt, 28,000 Einw., am Südrande der Tafelbai, 
am Fuße des fast senkrecht aufsteigenden Tafelbergs (3446'). 
Regelmäßig angelegt, mit europäischem Charakter. Sie ist 
nicht nur eine der wichtigsten Stationen auf dem Wege nach 
Ostindien, sondern zugleich der Hauptschlüssel des indischen 
Oceans, sowie ein Beobachtuugsposteu für die Beherrschung 
der Weltmeere. 
3. Die Draiyestuß- 
und Trans-Vaalsche Republik. 
Beide von holländischen Bauern (— „Boers") gegründet. 
4. Die Kassernküste. 
Hier die englische Natalcolonie, 
5. Die Küste von Sofala 
und Mocambique. 
Hier Portugiesische Niederlassungen. 
6. Die Suaheliküste oder Küste von Zanzibar. 
Hier Besitzungen des Jmam von Mascat. 
Zanzibar, 60,000 Einw., wichtige Handelsstadt, zugleich 
der Ausgangspunkt der meisten Forschungsreisenden nach dem 
inneren Afrika. 
7. Das steile Somaliland oder die Küste von Asan 
und Adel.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.