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Title:
Bürger- und Haushaltungskunde
Persons:
Haehn, Emil Hähn, Emil
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13117554
<br> mit festen, gut zerkauten Speisen leicht verdaulich und Genesenden, <br> Blutarmen und Bleichsüchtigen sehr zu empfehlen. Frische und <br> gute Eier lassen beim Schütteln kein Geräusch vernehmen und <br> sinken im Wasser unter. <br> Das Blut wird seines hohen Nährwertes halber zur Zu¬ <br> bereitung verschiedener Speisen und zur Herstellung der Blut¬ <br> wurst verwendet. Kommt das Blut mit der Luft in Berührung, <br> so gerinnt es. Dabei setzt sich im Gefässe eine dichte, rote Masse <br> — Blutkuchen genannt — nieder, über der eine helle, gelbliche <br> Flüssigkeit steht, die man Blutwasser nennt. Der Blutkuchen <br> besteht aus eiweisshaltigem Faserstoffe, der im lebenden Blute <br> flüssig ist, beim Gerinnen aber faserig wird und aus roten, eiweiss- <br> lialtigen Blutkörperchen, die in ungeheuerer Zahl im Blute ent¬ <br> halten sind und ihm die rote Färbung geben. Das Blutwasser <br> enthält Wasser nebst geringen Teilen Eiweiss, Fett und Salz. <br> Der Nährwert des Blutes beruht auf seinem Eiweiss- und Fett¬ <br> gehalte. <br> Das Fett ist ebenfalls ein sehr wichtiges Nährmittel, welches <br> dem Körper namentlich zur Bildung der Nerven, des Gehirns <br> und Rückenmarks notwendig ist. Wir gemessen das Fett zumeist <br> in Verbindung mit dem Fleische. Auch wird es vielen fettarmen <br> Speisen bei der Zubereitung beigemengt. Das Fett enthält <br> Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff und wird durch die Ver¬ <br> dauung zersetzt. Bei diesem Vorgänge entwickelt sich die <br> Körperwärme. Die Bewohner kalter Länder gemessen reines <br> Fett und Tran, um die nötige Körperwärme zu erhalten, die sie <br> befähigt, das kalte Klima zu ertragen. Tierische Fette sind <br> Schweineschmalz, Rindstalg, Hammeltalg, Gänsefett und Fisch¬ <br> tran. Uebermässiger Fettgenuss erregt Magensäure (Sodbrennen), <br> verdirbt den Magen und stört die Verdauung. <br> Das Fleisch. Die von zahlreichen Blutgefässen durch¬ <br> zogenen Muskeln nennen wir Fleisch. Das Fleisch besteht aus <br> Muskelbündeln, diese aus Muskelsträngen und letztere aus rot- <br> gefärbten Muskelfasern. Aus dem Fleische lässt sich ein rötlicher <br> Saft pressen, den man Fleischsaft nennt. Dieser enthält Wasser, <br> Eiweiss, Zucker und Salze und verleiht dem Fleische Geruch <br> und Geschmack. Der Fleischsaft ist in und zwischen den Fasern <br> enthalten. Die Gewebe und Häute, welche die Fasern und <br> Bündel umgeben, bilden bei längerem Kochen eine leimartige <br> Masse, ähnlich der Gallerte oder dem Gelee, das durch Aus¬ <br> kochen der noch mit Fleischteilen umgebenen Kalbsknochen ge¬ <br> wonnen wird. Der hohe Nährwert des Fleisches lässt sich daran <br> erkennen, dass Fleischkost geniessende Arbeiter weit leistungs¬ <br> fähiger sind als solche, die hauptsächlich von Pflanzenkost leben. <br> Die stickstoffreichen Nährstoffe des Fleisches brauchen nämlich <br> im menschlichen Körper nur geringe Umwandlungen durchzu¬ <br> machen, um wieder zu Blut, Fleisch oder Nervenmasse zu <br> 72