Full text: [Teil 2 = Oberstufe, [Schülerband]] (Teil 2 = Oberstufe, [Schülerband])

383 
und in weitgehende Steinschichten gesammelt worden sind. Es ist eine 
bald le, bald dunkelbraune, ziemlich dickflüssige Masse, welu e im 
Wasr sh nicht auflöst, sondern als besondere Schicht auf demaaben 
schwimrit. von durchdringendem, aber nicht gerade unangenehmem e— 
rnk. und sehr leicht entzündlich. Kaum hatte der erste fließende Brunnen 
bei Cpring einige Tage seinen Reichtum ausgespieen, so wollte ein 
neuer Arbeiter, welcher die Natur des Petroleums nicht kannte, an 
nem Schwefelhölzchen seine Cigarre anbrennen. So wie das helle Feuer 
das in der Luft befindliche Gas berührte, so verwandelte sich dieselbe 
uf eine weite Fläche hin in ein Flannnenmeer, in welchem 22 Arbeiter 
duf die gräßlichste Weise umkamen; der Brunnen selbst aber wurde zum 
feur:en Strome, der nicht eher aufhörte zu brennen, als bis das Ol 
eschöpft war. Solche Unglücksfälle sind mehr als einmal vorgekommen. 
Das Petroleum, welches wir in unsern Lampen brennen, ist gereinigt 
und deshalb nicht feuergefährlich; weil jedoch Vorsicht zu allen Dingen 
nütze ist, so möchte anzuralen sein, die Lainpen anm Tage, nicht des 
Abends bei einem hellbrennenden Lichte mit Petroleum zu füllen. 
144. Die Luft. 
A. Werfer. 
Gottes Herrlichkeit in der Natur. Ulm 1861. S. 53. 
Der Mensch ist undankbar. Er schätzt meist nur das Glänzende, 
das in die Augen Fallende Wie wenige denken daran, dem Schöpfer 
sür das unsichtbare Geschenk der Luft zu danken? Und doch erhält 
Bott durch dassclbe alles was lebt. Die Geschöpfe haben die ver— 
hiedensten Bedürfnisse. Das Lamm bedarf der grünen Weide, der 
Logel der Insekten, das Kamel der Disteln der Wüste, der Löwe des 
blutigen Raubes der Mensch des Tier- und Pflanzenreichs, aber allen 
n Luft unentbehrlich. Es ist unrichtig zu sagen, von der Luft 
e man nicht leben. Sie ist gerade die erste Lebensbedingung. 
dungern und dürsten kann der Mensch längere Zeit, aber der Luft 
arf er immer. Ein lebendiges Wesen, in einen ganz luftleeren 
aum gebracht, muß bald sterben. Der König bedarf der Lust auf 
mem Throne, der Bettler in seiner Hütte, das Kind in der Wiege, 
r Greis am Stabe, der Walfisch in der Tiefe des Meeres wie das 
ücklein im Sonnenstrahl. Ohne Luft könnte keine Pflanze grünen 
blühen, kein Feuer brennen, kein empfindsames Herz schlagen, alles 
n in der Schöpfung müßte erlöschen. 
Darum hat aber auch der gütige Schöpfer alles mit Luft erfüllt. 
en das ganze Erdenrund bis zu einer Höhe von 202 500km 
ie dringt überall hin. Sie weht um die höchsten Berge, die nur 
les Menschen Fuß betrat und dringt hinab in die tiefsten Tiefen des 
ers. Sie findet durch die wohlverschlossene Schale des Eies Zu— 
ig zu dem darin verborgenen Lebenskeime.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.