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Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Persons:
Kahnmeyer, Ludwig Schulze, Hermann
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13000973
<br> 149 <br> in das gepflügte Erdreich. Der bald üppig hervorschießende Stengel wird bis auf <br> Fingerlänge über dem Erdboden abgeschnitten, damit er recht viele Äste treibt. Im <br> Juni blüht der Strauch. Aus den ziemlich großen, gelben Blüten, die in den Blatt¬ <br> winkeln sitzen, entwickeln sich im Juli runde Kapseln von der Größe einer Walnuß. <br> 2. Ernte. Bei völliger Reife sprängen die Kapseln mit lautem Knalle aus, <br> und aus den Spalten quillt eine weiße Wolle hervor, die 4—20 erbsengroße Samen¬ <br> körner umschließt. In den Baumwollfeldern werden jedoch die Kapseln gepflückt, ehe <br> sie aufspringen. Hierauf zerdrückt man sie durch Maschinen, reinigt die Baumwolle <br> von den Samenkörnern und verpackt sie in Ballen von 150—175 kg, um sie so in <br> die großen Fabriken zur weiteren Verarbeitung zu bringen. <br> 3. Berarbeitung. Die meiste Baumwolle wandert zu Schiffe nach England in die <br> großen Fabrikstädte. (S. 66.) Unter diesen steht Manchester obenan. Dort sind an 200 <br> Fabriken; in jeder werden 6—800 Menschen beschäftigt. Noch einmal wird hier die Wolle <br> gereinigt, dann gesponnen und gewebt. Ein Mädchen kann 2 Webstühle versorgen, <br> und jeder Stuhl verfertigt täglich ein Stück Kattun, wozu ein Weber mit der Hand <br> mehrere Wochen gebrauchen würde. Nach der Verschiedenheit des Gewebes unter¬ <br> scheidet man Kattun, Nanking, Musselin, Jaconet, Gingan, Tüll, Barchent, Pique u. s. w. <br> 96. Gewürzpflanzen. <br> 1. Der Pfefferstrauch wird auf Java, Malabar und Sumatra vielfach an¬ <br> gebaut. Er ist ein Schlinggewächs. An seinen fingerdicken Rauken sitzen etwa hand¬ <br> lange Ähren, aus deren Blüten sich je 20—30 kleine, rote Beeren entwickeln. Nimmt <br> man diese unreif ab, so werden sie schwarz und runzelig und geben den „schwarzen" <br> Pfeffer. Legt man aber die reifen Beeren so lange in Wasser und Essig, bis man <br> die Schale abreiben kann, so erhält man den milder schmeckenden „weißen" Pfeffer. <br> 2. Der Gewürznelkenbaum ist auf den Gewürzinseln heimisch. Er wird <br> so groß wie unser Kirschbaum. Seine Blütenknospen werden gesammelt und getrocknet <br> und, da die unentfaltete Blütenknospe die Form eines Nagelstiftes hat, „Nägelchen" <br> oder „Nägelein" genannt. Man bedient sich ihrer gern beim Einmachen der Früchte. <br> 3. Der Zimtbaum ist auf der Insel Ceylon zu Hause, wird aber auch auf <br> den Molukken angebaut. Der Stamm erreicht eine Höhe von 9 m, doch wird er <br> in den Pflanzungen jung am Boden abgeschnitten, so daß er 3—4 m hohe Zweige <br> treibt. Diese schneidet man im Mai und Juni ab. Benutzt wird nur der Bast. <br> Man schält ihn ab und trocknet ihn, wobei er sich zu Röhren zusammenrollt und <br> seine zuerst weißliche Farbe in Gelb und Hellbraun verwandelt. <br> XVII. Dm Körper des Menschen. <br> 97. Die Trichine. <br> Die Trichine ist so klein, daß man sie mit bloßem Auge gar nicht sehen kann. <br> Sie findet sich sehr häufig im Fleische der Schweine. Die Schweine erhalten sie wahr¬ <br> scheinlich dadurch, daß sie Ratten fressen. Die Ratten erscheinen als die eigentlichen <br> Träger der Trichinen. Sie vererben sie dadurch unter sich, daß sie ihresgleichen <br> auffressen. — Die in den Muskeln des Schweines lebenden Trichinen rollen sich im <br> Alter von 3—5 Wochen wie eine Uhrfeder zusammen und umgeben sich mit einer <br> kalkigen Kapsel (k). Genießen wir solches trichineuhaltige Fleisch, so löst sich die Kapsel <br> in unserem Magen auf, die Trichinen werden lebendig und kriechen zwischen die Zotten <br> des Dünndarms, wo sie als sogenannte „Darmtrichinen" (B) bedeutend größer werden. <br> (Das Männchen 1,5 mm, das Weibchen sogar 3 mm.) Dann durchbohren sie den <br> Darm, gelangen in die Lymphgefäße, bringen dort Junge zur Welt (eine einzelne <br> Trichine zuweilen gegen 2000), und nach 5—6 Wochen sterben sie. Diese jungen <br> Trichinen gerade sind es, die dem Menschen so gefährlich werden. Bon der Flüssigkeit