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Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Persons:
Kahnmeyer, Ludwig Schulze, Hermann
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-12620425
<br> — 47 — TV <br> eine braune Kruste, welche das Ausschwitzen der im Fleisch enthaltenen löslichen Stosse <br> verhindert. Durch die trockne Hitze zersetzt sich das Fett und bildet Milchsäure, welche die <br> Auslösung der ciweißartigen Stoffe innerhalb des Fleisches befördert. Aus diesem Grunde <br> ist auch gebratenes Fleisch leichter verdaulich als gekochtes. Auch Essig löst das Eiweiß auf; <br> daher empfiehlt es sich sehr, schwer verdauliches Fleisch mit Essig zu genießen. — Das <br> eingepökelte Fleisch ist nicht so nahrhaft als frisches Fleisch, da die Salzsole dem Fleischt <br> einen Teil der Nährstoffe entzieht. — <br> 13. gäixxen. Alle Säuren — Salz-, Schwefel-, Kohlen-, Wein-, Ameisen-, <br> Essig -, Milchsäure rc. — haben in wässeriger Lösung einen sauren Geschmack. Da ihr un <br> verdünnter Genuß sehr schädlich wirkt, so nennt man sie auch Gifte. Viele Säuren lösen <br> sogar Metalle auf. Legt man z. B. einen Pfennig in Salpetersäure, so löst er sich darin <br> auf. (Welche der obengenannten Säuren sind in Speisen und Getränken zu finden?) <br> Einige Säuren benutzt man zum Scheuern metallener Geräte (kupferner Kessel, <br> Mörser rc.), die in der Lust oxydieren. Eine Lösung von verdünnter Schwefel-, Salz¬ <br> oder Essigsäure (auch saures Bier) löst die oxydierte Schicht auf und macht den Kesselte, <br> leicht blank. Der Glanz erhält sich jedoch nicht lange, wenn nicht mit Schlemmkreide, <br> Wiener Kalk rc. nachgeputzt wird. Die Säuren zerstören auch Farben und Fettflecke. <br> Mit Kleesalz oder auch Citronensäure kann man Tintenflecke aus der Wäsche, mit <br> Schwefelsäure Fettflecke aus dem Zeuge entfernen. (Nach Anwendung der scharfen <br> Säuren muß aber die Säure durch Waschen des Zeuges in reinem Wasser wieder ent¬ <br> fernt werden ) <br> 14. Kohlensäure. Wenn man eine glühende Holzkohle an einem Draht in eine <br> Flasche mit reinem Sauerstoff hält, so verbrennt die Kohle sehr schnell. Wiederholt man <br> dasselbe mit einer zweiten Kohle dann noch einmal, so erlischt die Kohle sehr bald. Durch <br> das Verbrennen der Kohle hat sich dieselbe chemisch mit dem Sauerstoff verbunden, und <br> im Glase ist eine neue Luflart, die Kohlensäure gebildet worden. In derselben brennt <br> kein Licht, und wenn sie eingeatmet wird, wirkt sie schon in geringer Menge sehr schädlich. <br> Die Lust, welche wir täglich ausatmen, ist zum größten Teile Kohlensäure; daraus erklärt <br> sich auch, wie durch das Beisammensein vieler Menschen in einem kleinen Zimmer die Luft <br> in demselben bald verdirbt, wenn nicht für Lüftung gesorgt wird. Die Kohlensäure bildet <br> sich außerdem bei der Verwesung von tierischen und pflanzlichen Stoffen, sowie bei der <br> Gärung. Dicht verschlossene Keller, in denen Wein oder Bier gärt, darf man wegen der <br> darin angesammelten Kohlensäure nicht betreten, ohne sie vorher zu lüften. So gefährlich <br> cs also ist, die Kohlensäure einzuatmen, so kann man sie doch ohne Gefahr in den Magen <br> bringen. Sic verleiht sogar dem Wasser und Bier den frischen, erquickenden Geschmack und <br> macht sich in diesen Flüssigkeiten in Gestalt kleiner Bläschen bemerkbar. Wasser, in welchem <br> viel Kohlensäure enthalten ist, nennt man „Sauerbrunnen" (Selterwasser). <br> 15. Die Schwefelsäure ist eine der stärksten Säuren. Sie hat ein großes Bestreben, <br> sich mit Wasser zu verbinden. Daher kann man mit Schwefelsäure ein feuchtes Zimmer <br> sehr leicht trocken machen, da sie alle Feuchtigkeit des Zimmers in sich aufnimmt. Gießt <br> man etwas Schwefelsäure auf ein Stück Holz, so erhält dasselbe ein schwarzeß Aussehen, <br> wie »oenn es verkohlt wäre. Die Schwefelsäure entzieht nämlich dem Holze den Wasser- <br> und Sauerstoff und läßt nur den Kohlenstoff zurück. Aus gleichem Grunde wird auch die <br> Stelle unsrer Hand schwarz, auf welche ein Tropfen Schwefelsäure gefallen ist. Die Schwefel¬ <br> säure ist dem Chemiker sowie vielen Gewerbetreibenden unentbehrlich, daher wird sie in <br> eigens dazu errichteten Fabriken in großen Massen erzeugt. <br> 16. Luftreinigrrng. Wenit in früheren Jahrhunderten Pest, Cholera u. a. <br> ansteckende Krankheiten viele Tausende dahinrafften, so konnte man sich die Sache nicht <br> anders erklären, als daß Zigeuner oder Juden durch Vergiftung des Brunnenwassers <br> Schuld daran seien. Heute weiß man, daß die Ursache in kleinen, dem bloßen Auge <br> unsichtbaren Anstecknugsstosfen zu suchen ist, in Soffen, die in der Luft, im Wasser rc. <br> sich sammeln und so durch den Atemzug oder durch einen Trunk Wassers leicht unserm <br> Blute zugeführt werden. Diese Airsteckungsstosfe (Pilzsporen, Bakterien rc.) vermehren <br> sich oft in wenigen Stunden und Tagen zu Milliarden. Solche Keime zu zerstören, wie <br> auch üble Gerüche zu beseitigen, giebt es verschiedene Mittel. Besonders wichtig ist die <br> Karbolsäure. Wenn dieselbe im Verhältnis von 2 zu 100 mit Wasser verdünnt wird <br> so erhält man Karbolsäurewasjer. Mit demselben bespreng! man, wo üble Gerüche